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Wissenswertes zur Arthrose

Arthrose - Vorkommen und Ursachen
Arthrosen sind degenerative Erkrankungen der Gelenke. Wodurch diese ausgelöst wird und wie sie entsteht, ist noch immer nicht genau geklärt. Ursprünglich liegen meist Instabilitäten und Fehlstellungen des Gelenkes, Frakturen etc. vor. Die Arthrose ist eine der häufigsten Ursachen für Lahmheiten beim erwachsenen, älteren Hund. Meist werden Knorpelzellen durch z.B. Druck oder andere mechanische Beanspruchung dazu angeregt Spaltprodukte freizusetzen.

Diese Enzyme (Proteasen) stimulieren in der Gelenksflüssigkeit wiederum verschiedene Zellen dazu weitere Enzyme und andere Stoffe auszuschütten, wodurch der Knorpel angegriffen wird. Schließlich kommt es zur Entzündung, Wassereinlagerung im Gelenk selbst (Erguss) sowie im umliegenden Gewebe (Ödem) und zur Gefäßerweiterung im Bereich des Gelenkes und seiner Häute. Insbesondere die Umverteilung des Blutflusses führt zur Ödembildung innerhalb des Knochens und zur sehr schmerzhaften Erhöhung des Knocheninnendruckes.

Diagnose
Der Verdacht einer Arthrose entsteht meist weil dem Besitzer Lahmheiten, Steifheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen bis hin zur Schonung eines Beines auffallen. Die Diagnose wird dann durch die klinische Untersuchung, durch Abtasten sowie Schmerzproben näher eingegrenzt und durch Röntgen abgesichert. Auf dem Röntgenbild sind bereits kleine Zellverluste als erstes Anzeichen sichtbar. Später dann werden die arthrotischen Veränderungen und die Zunahme der Gelenkflüssigkeit deutlicher.

In einigen Fällen kann eine Ursache für die Erkrankung diagnostiziert werden. Hierzu gehören Hüftgelenksdysplasie, Wachstumsstörungen (z.B. Fragmentierter Proc. Coronoideus oder anconaeus, Osteochondrosen, Short-ulna), Verletzungen (Kreuzbandriss), Knochenbrüche/Haarrisse, Fehlstellungen der Gliedmaßen. In seltenen Fällen sind weitere aufwendigere Untersuchungen, wie z.B. Ultraschall, Szintigrafie, Schichtröntgen oder Magnetresonanztomographie hilfreich für die Diagnose.

Therapeutische Ansätze
Bereits vorhandene arthrotische Veränderungen sind nur in den seltensten Fällen rückgängig zu machen. Durch die weitere Therapie soll also das Voranschreiten der Erkrankung verhindert oder zumindest gebremst, Entzündungen gestoppt werden. Für das Wohlbefinden unserer Patienten besonders wichtig ist auch die Schmerzausschaltung.

Chirurgisch
Zunächst wird versucht eine eventuelle Ursache durch geeignete (meist chirurgische) Maßnahmen zu beseitigen. So werden Wachstumsstörungen oder jegliche Fehlstellungen behoben, Brüche versorgt, Instabilitäten beseitigt. Im Falle einer Hüftgelenksdysplasie stehen verschiedene Möglichkeiten je nach Fall zur Verfügung. Physiotherapie: Als wichtige Hilfe ist sicherlich die Bewegungsreduktion bzw. später dann kontrollierte Bewegung oder Physiotherapie zu sehen.

Das bedeutet allerdings ein dem Tier schwer zu vermittelnder Leinenzwang, evtl. Boxenruhe und Ausgehverbot für Katzen. Gelenke müssen durch aktives oder passives Beugen und Strecken vor Steifheit geschützt werden. Es ist sinnvoll, konstant und vorsichtig Muskulatur anzubilden bei gleichzeitig geringer Belastung der betroffenen Gelenke. Schwimmen stellt eine sehr geeignete Maßnahme dar. Übergewicht sollte unbedingt vermieden oder ggf. reduziert werden.

Medikamente
Für die medikamentöse Behandlung stehen verschiedene Mittel zur Verfügung:

  1. Entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel: NSAID (Entzündungshemmende Mittel, die nicht zu der Gruppe der Steroide gehören) wie Metacam, Arthridog, Trocoxil, Finadyne, Tolfedine, Novalgin Diese Medikamente unterscheiden sich durch ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit, das heißt bei einigen ist das entzündungshemmende und schmerzstillende Potential höher oder länger andauernd oder in bestimmten Bereichen stärker ausgeprägt.

  2. Entzündungshemmende und abschwellende Mittel Steroide/Kortisone (z. B. Prednisolon, Dexamethason) Sie unterscheiden sich vor allem in der Geschwindigkeit, Stärke und Dauer der Wirkung.

  3. Kombination Kortison mit NSAID Hierdurch wird die nötige Dosierung beider Medikamente vermindert bei vergleichbarer Wirkung.

  4. Knorpelverbessernde Mittel Gelatine, Hyaluronsäure, Glucosaminsulfate und andere wie  Canosan, Hyonate Sie unterscheiden sich in der Konzentration einzelner Komponenten.

  5. Andere wie Goldimplantate oder Homöopathika.

Mittlerweile gibt es auch für den Hund gut verträgliche entzündungshemmende wie auch schmerzstillende Mittel, die für eine Dauerbehandlung geeignet sind. Nebenwirkungen betreffen vor allem Unverträglichkeiten des Magen-Darmtraktes. Sofern die Tiere Vorerkrankungen (Niere, Leber) haben, muss die Anwendung gegenüber den eventuell auftretenden Problemen abgewogen werden. Bei solchen Patienten, wie auch bei älteren Tieren ist die Kontrolle von Blutwerten vor und während der Behandlung sinnvoll.

Immer wieder in der Diskussion ist auch der Einsatz von Kortison, da geradezu Angst davor - insbesondere bei längerer Anwendung besteht. Trotzdem hat Kortison zur anfänglichen, kurzfristigen Behandlung bei niedrigst möglicher Dosierung durchaus einen hohen Stellenwert, da seine entzündungshemmenden Eigenschaften im Vergleich zu anderen Präparaten oder in Kombination mit diesen ausgezeichnet sind.

Oft werden Glucosaminsulfate und andere knorpelverbessernde Mittel eingesetzt. Diese werden meist als Pulver, als Tablette oder per Injektion verabreicht. Es ist durchaus möglich mehrere Therapien miteinander zu kombinieren. Letztendlich müssen Sie zusammen mit dem behandelnden Tierarzt entscheiden, welche Therapie sinnvoll ist. Leider bleiben die meisten Patienten mit Arthrosen Dauerpatienten und die Symptome schreiten fort. Zum Glück können wir jedoch in vielen Fällen dem Hund oder der Katze ein zumindest ausreichend schmerzfreies Laufen für eine längere Zeit ermöglichen.

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